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Brauchst du in 2020 wirklich noch Ziele?

Das neue Jahr ist noch jung. Und du hast deine guten Vorsätze bisher hoffentlich noch nicht gebrochen.

Vor allem zum Ende des Jahres lese ich viel über Ziele. Viele reviewen ihre gesetzten Ziele und überlegen sich neue Ziele für das neue Jahr.

Du hast bestimmt schon davon gehört, dass Ziele SMART sein sollen. Damit sie auch erfüllbar sind.

Dieses Jahr habe ich versucht einen anderen Ansatz zu nehmen.

„Aber warum?“ Fragst du zurecht. Überall hörst du, dass Ziele wichtig sind. Und jetzt komme ich daher uns versuche dir zu erklären, warum du dir keine Ziele setzten sollst.

Dieses Jahr keine Ziele?

Bisher ist es bei mir immer in etwa so gelaufen:

  • Ende Dezember: Ziele aufschreiben, voll motiviert
  • Januar: Motiviert die einfachsten Ziele angegangen
  • November: „Was waren eigentlich meine Ziele für dieses Jahr?“
  • Ende Dezember: Naja, ab November konnte ich einfach nicht mehr alles erreichen.

Wie du dir denken kannst ist das nicht wirklich hilfreich. Und hat auch oft nicht sonderlich gut funktioniert.

Wenn du also bei Zielen bleiben möchtest, empfehle ich dir, regelmäßige Reviews der Ziele zu vereinbaren. Das ermöglicht dir kontinuierlich an deinen Zielen zu arbeiten. Somit wirst du sie auch erreichen dieses Jahr.

Das Buch Atomic Habits* von James Clear hat mir eine neue Sicht auf Ziele gegeben.

Er beschriebt das in seinem Buch natürlich viel besser und ausführlicher. Hier, die Kernaussage:

„You don’t rise to the levels of your goals. You fall to the levels of your systems.“

Übersetzt: „Du steigst nicht zum Level deiner Ziele auf. Du fällst auf das Level deiner Systeme zurück.“

Das ist für mich eine extrem mächtige Aussage. Ich versuche zu erklären, wie ich es verstehe. Korrigiere mich gerne, wenn du es anders verstehst und siehst.

Das Beispiel Profisport zeigt am besten, das wir uns nicht zu sehr auf das finale Ziel konzentrieren sollten.

Jede Bundesligamannschaft hat das Ziel Deutscher Meister zu werden. Jedes Team hat also das gleiche Ziel. Aber 17 von 18 Mannschaften verfehlen dieses Ziel jedes Jahr.

Der FC Bayern hingegen hat die letzten 7 Jahre dieses Ziel erreicht. Die Frage ist also nicht: Welches Ziel haben die Bayern. Das kennen wir. Und jedes andere Team hat das selbe.

Die Frage ist: Welches System macht einen Verein erfolgreich, besser und am Ende der Saison zum Deutschen Meister?

Anderes Beispiel: Wenn ich Fiction Autor werden will und Bücher verkaufen möchte. Dann sollte das Ziel nicht sein die Amazon Bestseller Listen zu lesen und zu warten wann ich auftauche.

Sondern ich sollte mich fragen: Was macht jemand, der viele Bücher verkauft?

Die Antwort ist vermutlich: Er schriebt kontinuierlich jeden Tag. Er ist gewissenhaft und erfüllt seine Vorgaben Texte zu verfassen. Damit stellt er sicher, dass sein Schreiben besser wird.

Ziel erreicht. Und jetzt?

Und was machst du, wenn du dein Ziel erreicht hast? Du hast dir vorgenommen, einen Halbmarathon im April zu laufen. Januar, Februar und März hast du voll motiviert trainiert.

Du merkst die Verbesserungen an deiner Gesundheit und deiner Laufzeit.

Jetzt hast du den Halbmarathon erfolgreich beendet.

Und jetzt? Deine Motivation ist weg. Warum solltest du jetzt weiter deine Laufschuhe schnüren und loslaufen?

Ziele sind kurzfristig.

Es wäre besser gewesen, ein System zu erstellen, dem du langfristig folgen kannst. „Was macht jemand, der jedes Jahr einen Halbmarathon läuft?“

Antwort. Er läuft mehrmals pro Woche und ernährt sich gesund.

Die Person, die du sein möchtest, hört nicht im April auf zu laufen. Sie hat ein langfristiges Ziel. Eine langfristige eigene Identität. „Ich bin ein Läufer, der Halbmarathons läuft.“

Systeme nicht Ziele

Für dieses Jahr habe ich mir also vorgenommen, keine Ziele zu schreiben. Sondern ich versuche mir aufzuschreiben, welche Art von Person ich sein will. Wie möchte ich Ende 2020 sein um ein besserer Mensch zu sein? Ich bin eine Person, …

  • … die jede Woche 3 Mal vor der Arbeit ins Fitness-Studio geht.
  • … die jeden Tag für 10 Minuten meditiert um meinen Geist zu trainieren.
  • … die 500 Wörter pro Tag für 60 Tage schreibt. Um mein Schreiben zu verbessern und meine Gedanken zu sortieren.
  • … die jeden Abend zum Abendessen zuhause ist um Quality-time mit meiner Familie zu verbringen

Das sind einige meiner „Ziele“.

Ich habe die Identität dieser Person bereits angenommen. Ich muss mich also nicht mehr selbst davon überzeugen, dass ich diese Dinge tue.

Natürlich folgen alle diese Vorgaben einem eigenen größeren Ziel. Fitter werden, ein guter Vater sein. Aber diese Ziele haben kein Enddatum.

Mit jeder Handlung wähle ich die Art von Person, die ich sein möchte.

 

 

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